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Raus aus der Sackgasse

Öffentlichen Nahverkehr neu denken

Nürnberger U-Bahn (CC-BY-SA Ralf Roletschek)
Nürnberger U-Bahn (CC-BY-SA Ralf Roletschek)

Schlaglöcher in den Straßen, fehlende Parkplätze für die Anwohner, Stress und Stau im Berufsverkehr, das Jahrhundertprojekt Frankenschnellweg und jährliche Preissteigerungen im öffentlichen Nahverkehr. Das alles hängt zusammen. Die Piratenpartei stellt die Verkehrspolitik auf den Kopf – oder wieder auf die Füße, je nachdem wie man darauf schauen möchte. Die Forderung nach einem ticketfreien öffentlichen Nahverkehr hat weitreichende Folgen für alle Bürgerinnen und Bürger.

Wer möchte das nicht? Ob Tourist, Arbeitnehmer, Schüler, Rentner oder wer auch immer, einfach in die U-Bahn steigen, ohne sich um den komplizierten Fahrkartenautomat kümmern zu müssen, ohne abstempeln der Streifenkarte, ohne einen Gedanken daran, ob man die Monatskarte auch nicht zu Hause hat liegen lassen, ohne nachzurechnen, ob man sich die Fahrt von seinem schmalen Einkommen überhaupt noch leisten kann.

Das ist der Verkehr der Zukunft! Einen Anstieg der Nutzung des ÖPNV um 10% und einen Rückgang des Autoverkehrs um 15 % wurde in der Hauptstadt Estlands in Tallinn gemessen, nach einem Jahr kostenfreiem Nahverkehr. Das wollen wir in Nürnberg auch. 45.000 Tonne weniger CO2, weniger krebserregender Abrieb der Bremsbeläge und Reifen, weniger direkte und indirekte Verkehrstote, bessere Luft und mehr Platz in der Stadt, damit sich das Leben besser anfühlt. Die Pendler parken kostengünstig am Stadtrand und fahren ohne Ticket zu ihrem Arbeitsplatz, dass spart teuren Parkraum und ganz nebenbei kann der wahnwitzige Ausbau des Frankenschnellwegs beerdigt werden. Ein bis zwei Millionen Unterhalt jährlich spart sich Nürnberg allein auf diese Weise und abkürzender Schwerlastverkehr erhält keinen Anreiz mitten durch Nürnberg zu fahren.

Unbezahlbar, Spinnerei! Schimpfen die Gegner dieser Idee, die lieber jedes Jahr an der Preisschraube drehen und irgendwann nur noch den „profitablen“ ÖPNV am Leben erhalten werden. Finanzieren lässt sich so ein Zukunftsprojekt auf verschiedene Wege. Viele Kosten des ÖPNV z.B. durch die Fahrkartenautomaten und Schwarzfahrerjäger fallen gar nicht erst an. Die Finanzierung kann über eine solidarische Umlage z.B. auf die Grundsteuer erfolgen, eine kommunale Abgabe, einen Übernachtungszuschlag – schließlich wird der Tourismus auch entsprechend profitieren.

„Wiener Modelle“ oder „Sozialtickets“ sind nur Krücken – Freien Verkehr für alle kann man wählen!

Autor: Frank Beß

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